{"id":300,"date":"2016-07-31T14:12:01","date_gmt":"2016-07-31T12:12:01","guid":{"rendered":"http:\/\/vox-populi.info\/?p=300"},"modified":"2016-07-31T14:12:01","modified_gmt":"2016-07-31T12:12:01","slug":"von-der-euphorie-zur-sorge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vox-populi.info\/?p=300","title":{"rendered":"Von der Euphorie zur Sorge"},"content":{"rendered":"<p><em><\/em>Noch vor wenigen Monaten \u00fcberboten sich Konzernf\u00fchrer, Chefvolkswirte und Politiker in euphorischen Prognosen hinsichtlich der \u00f6konomischen Wirkung der Massenzuwanderung nach Deutschland. Demografisch und kulturell sei das ein riesiger Gewinn, eine einmalige Chance. Inzwischen ist Ern\u00fcchterung eingekehrt. 83 % der Bundesb\u00fcrger machen sich ausweislich einer Umfrage der GfK-Konsumforscher Sorgen um die Bew\u00e4ltigung der Zuwanderung. Die Angst vor Arbeitslosigkeit, Armut oder Kriminalit\u00e4t steht dahinter klar zur\u00fcck. Dabei gingen die j\u00fcngsten islamistisch motivierten Anschl\u00e4ge in W\u00fcrzburg und Ansbach in die Umfrage noch gar nicht ein.<\/p>\n<p>Dass es sich in der Masse der Fl\u00fcchtlinge nicht um unmittelbar &#8222;\u00f6konomisch ausbeutbares&#8220; Personal handelte, sollte schon damals klargewesen sein. Die Menschen bangten um ihr Leben und ben\u00f6tigten schlicht unseren Schutz. Sie zu beherbergen ist humanit\u00e4re Pflicht und gesellschaftliche Aufgabe zugleich. Viel Engagement, personeller Aufwand und hohe \u00f6ffentliche Ausgaben sind n\u00f6tig, um die Menschen mit unserer Sprache, den n\u00f6tigen Kulturtechniken und den Gepflogenheiten bekannt zu machen. Und bis sie auf dem Arbeitsmarkt Fu\u00df fassen, vergehen nochmals viele Jahre, ehe sich &#8211; \u00f6konomisch gesehen &#8211; der pekuni\u00e4re Aufwand bezahlt macht.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Anschl\u00e4ge stellen diesbez\u00fcglich einen R\u00fcckschlag dar. Zum einen, weil sie Ressentiments gegen Fl\u00fcchtlinge hochkommen lassen, was diese schwerer in unserer Gesellschaft Fu\u00df fassen l\u00e4sst. Das ver\u00e4nderte Klima k\u00f6nnte zudem auch das positive Bild zerst\u00f6ren, das viele Fl\u00fcchtlinge von unserer Kultur haben. Die Integration w\u00fcrde also noch schwerer. Zum anderen, weil die Attacken zeigen, dass die Beh\u00f6rdenm\u00fchlen zu langsam mahlen bei der erkennungsdienstlichen Arbeit, bei der Integration und bei der Vermittlung einer Perspektive in unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Hier sind viel mehr finanzielle und personelle Mittel n\u00f6tig, als sie bisher zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Dass immer noch Lehrer nach dem Referendariat in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, spricht ebenso f\u00fcr sich wie das zuletzt vor den Augen der \u00d6ffentlichkeit orchestrierte Hickhack \u00fcber die Fl\u00fcchtlingsfinanzierung. Ein solches Verhalten ist grotesk und wird der gro\u00dfen Aufgabe nicht gerecht. So verspielt man die demografische Dividende, welche die Zuwanderung tats\u00e4chlich bietet. Schlimmer: Die Lage wird durch diese Vers\u00e4umnisse eher gef\u00e4hrlicher, was fr\u00fcher oder sp\u00e4ter auf die Konjunktur durchschl\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch vor wenigen Monaten \u00fcberboten sich Konzernf\u00fchrer, Chefvolkswirte und Politiker in euphorischen Prognosen hinsichtlich der \u00f6konomischen Wirkung der Massenzuwanderung nach Deutschland. Demografisch und kulturell sei das ein riesiger Gewinn, eine einmalige Chance. Inzwischen ist Ern\u00fcchterung eingekehrt. 83 % der Bundesb\u00fcrger machen sich ausweislich einer Umfrage der GfK-Konsumforscher Sorgen um die Bew\u00e4ltigung der Zuwanderung. 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