{"id":126,"date":"2014-05-26T10:43:51","date_gmt":"2014-05-26T08:43:51","guid":{"rendered":"http:\/\/vox-populi.info\/?p=126"},"modified":"2014-05-26T10:43:51","modified_gmt":"2014-05-26T08:43:51","slug":"geopolitische-verunsicherung-setzt-der-konjunktur-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vox-populi.info\/?p=126","title":{"rendered":"Geopolitische Verunsicherung setzt der Konjunktur zu"},"content":{"rendered":"<p>Blicken die \u00d6konomen auf die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal, so kommen sie aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: 0,8 % Wachstum zum Quartal davor, gegen\u00fcber dem Vorjahr sogar ein Plus von 2,5 %. Au\u00dferdem wurde das Wachstum &#8211; lange Zeit untypisch f\u00fcr Deutschland &#8211; ausschlie\u00dflich getragen von der Binnennachfrage. Die Kaufkraftgewinne durch deutliche Lohnsteigerungen, die Schaffung neuer Jobs und damit der Abbau der Arbeitslosigkeit haben den Konsum stimuliert. Zugleich erh\u00f6hte sich die Investitionsaktivit\u00e4t der Unternehmen. Der milde Winter verhalf ferner der Bauwirtschaft zu ungew\u00f6hnlich starker Performance zu dieser Jahreszeit. Der gro\u00dfe binnenwirtschaftliche Nachfrageschwung konnte sogar kompensieren, dass der Au\u00dfenhandel &#8211; ebenfalls eher untypisch f\u00fcr die deutsche Wirtschaft &#8211; eher bremsend auf das Wachstum einwirkte. Kurz: Der zuletzt immer wieder erhoffte selbsttragende Aufschwung hat sich im ersten Quartal tats\u00e4chlich eingestellt.<\/p>\n<p>Mit den neuen Umfragedaten f\u00fcr das deutsche Gesch\u00e4ftsklima wurde den Hoffnungen, dass diese Wachstumskonstellation anhalten k\u00f6nnte, jetzt aber erst einmal ein D\u00e4mpfer versetzt. Die Stimmung der deutschen Unternehmen hat sich im Mai eingetr\u00fcbt. Der vom M\u00fcnchner Ifo-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung ermittelte Gesch\u00e4ftsklimaindex sank mit 0,8 Punkten st\u00e4rker als erwartet auf 110,4 Z\u00e4hler. W\u00e4hrend sich die Lageeinsch\u00e4tzung nur um 0,5 Z\u00e4hler verschlechterte, gingen die Gesch\u00e4ftserwartungen um fast mehr als einen Punkt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung bedeutet noch nicht, dass der Aufschwung nun zusammenfallen wird und sich zyklisch schon die n\u00e4chste Rezession am Horizont abzeichnet. Vielmehr liegen die Indexwerte weiter deutlich im Aufschwungbereich. Konjunkturbeobachter sprechen denn auch lieber von &#8222;Normalisierung&#8220;, weil die deutsche Wirtschaft die starke Performance des ersten Quartals einfach nicht habe durchhalten k\u00f6nnen. Und Ifo-Chef Hans-Werner Sinn will eher von einer &#8222;Verschnaufpause&#8220; reden. Die Unternehmen seien einfach nur &#8222;weniger optimistisch&#8220;.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Stimmungseintr\u00fcbung sind vielf\u00e4ltig. Dabei ist die Verunsicherung durch die geopolitische Lage im Zuge der Ukraine-Krise sicher an erster Stelle zu nennen. Die Unternehmen sind deshalb einfach vorsichtiger geworden und halten sich mit Investitionsentscheidungen zur\u00fcck. Eine Entspannung der Situation k\u00f6nnte sich dann sp\u00e4ter sogar in erh\u00f6hten Investitionsausgaben niederschlagen.<\/p>\n<p>Auch die Lage in den Schwellenl\u00e4ndern (Unruhen in Brasilien, tr\u00fcbere Wachstumsaussichten in China) l\u00e4sst Unternehmer eher vorsichtig taktieren. Und auch die Entt\u00e4uschung \u00fcber die schlechte Wirtschaftslage in Frankreich gepaart mit der eher kraftlosen Erholung in den Peripheriel\u00e4ndern der Eurozone k\u00f6nnte eine Rolle gespielt haben.<\/p>\n<p>Insgesamt ist vor diesem Hintergrund wohl mit etwas weniger Wachstum im Jahresverlauf zu rechnen. Der Aufw\u00e4rtstrend aber scheint weiter intakt zu sein, weil vor allem der Privatkonsum als Wachstumstreiber erhalten bleibt wegen der zu erwartenden abermals deutlichen Lohnerh\u00f6hungen und der anhaltend niedrigen Zinsen.<\/p>\n<p>&#8222;Selbst mit wieder sp\u00fcrbar moderateren Raten ist die Zwei vor dem Komma im Gesamtjahr 2014 sehr wahrscheinlich&#8220;, versichert KfW-Chefvolkswirt J\u00f6rg Zeuner. Das seien sogar &#8222;erstaunlich gute Aussichten hierzulande&#8220; angesichts der langsamen Stabilisierung in Europa und weiter ernster Risiken im internationalen Umfeld. Doch m\u00fcsse die EZB nun beherzt gegen Deflationsrisiken vorgehen, um den Aufschwung zu verstetigen. Die damit einhergehende Abwertung des Euro w\u00fcrde dann f\u00fcr neuen Schwung sorgen.<\/p>\n<p>Auch der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, zeigt sich gelassen: &#8222;Ein Beinbruch ist der Ifo-R\u00fcckgang nicht.&#8220; Lothar Hessler von HSBC Trinkaus sagt: &#8222;Deutschland w\u00e4chst wieder so schnell wie vor der Finanzkrise. Der Investitionsstau l\u00f6st sich zunehmend auf.&#8220; Die Aussichten f\u00fcr die n\u00e4chsten Quartale seien &#8222;unver\u00e4ndert positiv&#8220;, betont Stefan Kipar von der BayernLB.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blicken die \u00d6konomen auf die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal, so kommen sie aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: 0,8 % Wachstum zum Quartal davor, gegen\u00fcber dem Vorjahr sogar ein Plus von 2,5 %. Au\u00dferdem wurde das Wachstum &#8211; lange Zeit untypisch f\u00fcr Deutschland &#8211; ausschlie\u00dflich getragen von der Binnennachfrage. 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